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Hadlaub, Johannes, ›Winter hat vorbotten usgisêndet‹
C Hadl 111
I
IC Hadl 111 = SMS 30 28 I
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 376ra
C Hadl 112
II
IIC Hadl 112 = SMS 30 28 II
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 376ra
C Hadl 113
III
IIIC Hadl 113 = SMS 30 28 III
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 376ra

Kommentar

Überlieferung: Das Lied ist unikal in C überliefert.

Form: 5-a 5-a 6b / 5-c 5-c 6b // 6b 6b 2b+.3b

Kanzonenstrophe. Zahlreiche Halbreime im b-Reim. Tonbeugung in II,3 (bergént). Die gespalten männlichen Kadenzen in III,1/2 (klagen : tragen) werden als weibliche aufgefasst, siehe Autorkommentar.

Womöglich wäre ein weiterer Binnenreim in den Versen 7/8 als d-Reim anzusetzen, wobei dieser in der ersten Strophe nur durch Umstellung der Verse 6/7 herzustellen wäre (twer : her, I,6/8; wiblich : sich, II,7/8; nit : licht, III,7/8). Der hsl. Realisierung dieser potentiellen Binnenreimwörter in Str. III spricht eher gegen diese Annahme, ebenso wie die notwendige Umstellung in der ersten Strophe, die die Abfolge des Argumentationsgangs stören würde.

Inhalt: Winterlied/Minneklage.

Im ausführlichen Natureingang werden die Vorboten des nahenden Winters, der Nord- oder Ostwind (I,4) und der Querwind (I,6), als diejenigen benannt, die die Vögel verstummen lassen und Kälte und graue Tage bringen (Str. I). Das Ich beklagt in kollektivierenden Formulierungen (man, uns, u. a. in II,2, II,5), dass der Winter Freuden raubt: nämlich den Anblick entblößter Haut an Hals, Kopf, Händen und Armen der Damen (Str. II). Die größere Not des Ichs besteht aber darin, dass seine Dame ihm keine Minne zuteil werden lässt (Str. III). Obwohl die Lage aussichtslos scheint (III,6), hält das Ich an der Hoffnung auf einen Gesinnungswandel der Dame fest (III,9–12).

Milena Müller

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