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Walther von der Vogelweide, Wer saget, das minne zunde zi
S Wa/14rb 4
(work in progress)S Wa/14rb 4 = L 217,10

Kommentar

Überlieferung: Unter dem Namen Hartmanns ist das Lied drei­stro­phig und in nahezu identischer Gestalt in A und C überliefert. E erweitert das Lied um eine vierte Strophe und schreibt es Walther von der Vogelweide zu. Als eigenständiges Lied erscheint dieselbe Strophe in S, auch hier unter dem Namen Walthers.

Häufig wird auch die formgleiche, ebenfalls Walther zugeschriebene Einzelstrophe E Wa 129 et al. zum vorliegenden Lied gerechnet, auf welches sie in E nach Einschub eines weiteren Liedes auch tatsächlich folgt, ohne jedoch als Nachtragsstrophe gekennzeichnet zu sein; an gänzlich anderer Stelle erscheint die betreffende Einzelstrophe dagegen in C (vgl. Henkel, S. 107).

Form: .4a (.)4b / (.)4a .4b // .6c .6c (.)4x (.)4e .4e

Unreiner Reim in A III,1/3. In S sind die Verse 5f. unterfüllt.

Inhalt: Bemerkenswert ist die Heterogenität der in diesem Lied aufgerufenen Kommunikationssituationen und Sprechweisen, die sich auch inhaltlich nicht zwanglos zu einem kohärenten Ganzen fügen. Die ersten beiden Strophen bilden einen Dialog: Ein Bote trägt einer Dame den Dienst eines Ritters an (Str. I), die Dame lehnt mit dem Argument mangelnder Vertrautheit höflich ab (Str. II). Str. III ist minnesangtypischer Monolog des männlichen Ichs, das, von der ihm zunächst zugewandten Minnedame in ihren Bann geschlagen, seine Abhängigkeit von der jetzt abweisend sich Verhaltenden ausdrücklich begrüßt. Die nur in E sowie als Einzelstrophe in S überlieferte Str. IV ist lehrhaften Charakters und verteidigt die Minne gegen den Vorwurf der Sündhaftigkeit.

Justin Vollmann

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