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Ulrich von Singenberg, ›Betrogene werlt, du hast betrogen‹
C Singenb 97 (96)
IC Singenb 97 (96) = SMS 12 35 I; RSM ¹UlrS/3/1
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 155ra
C Singenb 98 (97)
IIC Singenb 98 (97) = SMS 12 35 II; RSM ¹UlrS/3/2
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 155ra
C Singenb 99 (98)
IIIC Singenb 99 (98) = SMS 12 35 III; RSM ¹UlrS/3/3
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 155ra
C Singenb 100 (99)
IVC Singenb 100 (99) = SMS 12 35 IV; RSM ¹UlrS/3/4
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 155ra
C Singenb 101 (100)
VC Singenb 101 (100) = SMS 12 35 V; RSM ¹UlrS/3/5
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 155rb
C Singenb 102 (101)
VIC Singenb 102 (101) = SMS 12 35 VI; RSM ¹UlrS/3/6
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 155rb
C Singenb 103 (102)
VIIC Singenb 103 (102) = SMS 12 35 VII; RSM ¹UlrS/3/7
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 155rb

Kommentar

Überlieferung: Das sieben­stro­phige Bar ist unikal in C überliefert.

Form: .4a .4b / .4a .4b // .6-c .7-c .4d .6x .4d, siehe Tonkommentar.

I,8 ist unterfüllt (bei Schiendorfer durch Konjektur behoben); II,5.7; IV,4.5 sind auftaktlos. Zu Hebungsprall kommt es III,8 (gewís líegent); V,5 (dá sínen); V,8 (díenst dó). Für II,4 ist schwere Hebung anzusetzen (vúrdànc).

Inhalt: Weltabsage. Wegen der apostrophierten trügerischen Welt hat sich der Sprecher von Gott abgewandt. Ihm und der Gottesmutter wendet er sich jetzt mit der Bitte um ehrliche Reue zu (Str. I) und formuliert dann ein memento mori (Str. II). Wer sich belügt, schlägt sich selbst (III,1f.). Dunkel ist der Vergleich mit dem Spiel wihtel (III,3f.): Der das Sagen über die Weisheit (SMS) bzw. die wihtel (RSM V, S. 442) hat (Gott / der Spielleiter), lässt Wunder sichtbar werden, und wem nicht rechtzeitig dessen Vergänglichkeit klar wird, der ist hie unde dort (im Leben wie im Spiel? im Dies- und im Jenseits?) irrgeleitet (Str. III). Der Sprecher möchte von Gott ein guͦt (IV,1) erlangen, das nicht beweglich, sondern beständig ist (Str. IV). Str. V imaginiert das Weltgericht, das die Schlechten von den Guten scheidet. Gottes Gaben sind das höchste Gut und angemessen zu erwidern (Str. VI). Das Lied schließt mein einem (neuerlichen) memento mori (Str. VII).

Sarah Hutterer

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