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Überlieferung: unikal in C.
Form: Siehe das Leichschema.
Der Leich ist – wie alle Leiche Hadlaubs – gekennzeichnet durch einen großen Reimreichtum bei gleichzeitiger Konzentration auf relativ wenige Reimklänge und Reimwörter. Der Ansatz von Binnenreimen ist unsicher. Er begründet sich in der Vermeidung sehr ungleicher Verslängen, vor allem aber in der Bildung syntaktisch geschlossener Einheiten, die meist drei bis fünf Hebungen umfassen. Nicht selten begegnen unreine Reime, die teils dialektal, teils von den Reimzwängen des Leichschemas bedingt sein werden (i/î: 11/12; s/z: 27/33, 39/43, 62/63). Gleichsam okkasionelle (Binnen-)Reime (V. 35, 56, 82) erklären sich wohl aus dem Vertrauen auf Allerweltsreimklänge, nicht aus kompositorischem Kalkül. Okkasionell ist mutmaßlich auch die Reimwiederholung in V. 8/14.
Es gibt nur drei Versikeltypen, die jeweils Varianten ausbilden. A ist drei-, B sechs-, C vierversig. Der Versbau der Versikeltypen unterscheidet sich nicht markant, es dominieren Verse mit ein oder zwei Binnenreimen. Nur in den B- und C-Typen gibt es Verse ohne Binnenreim; charakteristisch für A und C wiederum sind Verszeilen mit mehreren Reimsilben in unmittelbarer Folge (die letzten beiden als Schlagreim); da es sich ausnahmslos um lange Silben handelt, ist die Annahme beschwerter Hebungen wahrscheinlicher als jene von Senkungsreimen. Alle drei Versikeltypen setzen den ersten (Binnen-)Reim in den zweiten Takt, bei allen dreien verbindet dieser erste Reimklang die Versikel zu Versikelgruppen. Bei den A- und C-Typen stärkt auch der jeweils letzte (End-)Reim der Versikel die Versikelbindung.
Die Versikel sind ausnahmslos zu paarigen Gruppen kombiniert. Diese Versikelgruppen bilden ihrerseits paarige Einheiten durch die regelmäßige, fünffache Wiederholung von B- bzw. (in einem Fall) B1-Gruppen, denen jeweils eine Versikelgruppe anderen Typs (A und C inkl. Varianten) vorangeht – eine äußerst übersichtliche, schlichte sequentielle Makrostruktur.
Die Versikelgruppen sind in der Handschrift durch Capitulumzeichen in wechselnder Farbe, Majuskel und (meist) rote Strichelung derselben markiert; in einem Fall ist auch der Versikelanfang innerhalb der Gruppe entsprechend ausgewiesen (V. 53), in mehreren Fällen ist dieser großgeschrieben und rot gestrichelt (V. 23, 33, 62, 71).
Die ursprünglich kurzen offenen Tonsilben dürften (wie auch sonst meist bei Hadlaub) bereits gedehnt sein, sie bilden weibliche/klingende Kadenzen.
Inhalt: Allgemeine Minnedidaxe. Der Sänger tritt in Erscheinung nicht als Liebender, sondern als Dozent, er preist nicht eine (seine) Frau bzw. Geliebte, sondern die Frauen im Allgemeinen. Eine stringente Argumentation gibt es nicht, immer wieder werden dieselben topischen Minnedienstgedanken aufgegriffen; gedankliches Zentrum ist die Schönheit und der schöne Anblick der Frauen. Die einzelnen Versikelgruppen scheinen allerdings jeweils einen Aspekt besonders hervorzuheben; nicht selten ist es ein Nebengedanke der vorhergehenden Gruppe, der weiterentwickelt wird:
Unmöglich ist es, Frauen angemessen zu preisen (AA, V. 1–6). Ihre guͤte wirkt günstig auf die Männer (BB, V. 7–18). Schön sind ihre Körper, schön ihr Anblick (CC, V. 19–26), der trotz Kummers hohen muͦt spendet (BB, V. 27–38). Ihre Anmut ist ein anhaltendes Faszinosum (C1C1, V. 39–46). Frauen geben den Männern rechte minne ein, Freude, aber auch Sehnsucht (BB, V. 47–58), besonders ausschlaggebend sind ihr Lachen und ihre zarten, weißen Hände (A1A1, V. 59–64). Die schöne, wohlgekleidete Frau ist paradiesgleich, ihr Lohn bedingt steten Dienst (B1B, V. 65–76). Frauentanz und Frauenkleider füllen Männeraugen mit Freude (A2A2, V. 77–82). Ihr Anblick ist strahlend, eine Art ›Überfreude‹ (BB, V. 83–94).
Florian Kragl