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Überlieferung: Das Lied ist unikal in C überliefert.
Form: .3-a+.3b .3-a+.3b / .3-c+.3d .3-c+.4d
Die Form folgt der Nibelungenstrophe mit den Binnenreimen der C-Fassung. Regelmäßige Auftakte in den An- und Abversen. Liest man die Anverse mit klingender Kadenz, ergibt sich Synaphie. Str. I weicht vom Schema ab: Die Binnenreime in V. 1 und 2 weisen männliche Kadenz auf, der letzte Abvers ist unterfüllt. Neben dem Aufgreifen der Nibelungenstrophe spricht auch dieser Kadenzwechsel zwischen Str. I und II bzw. III für den Ansatz von Binnenreimen.
Inhalt: Minneklage.
Das Lied beginnt mit der Optativ-Form Ich were gerne fro (I,1), dem die Realität des Minneleides gegenübergestellt wird. Die »schlichte Unmittelbarkeit des Ausdrucks« (Auty, S. 48) wirkt fast volksliedhaft (vgl. etwa Herders ›Wenn ich ein Vöglein wär‹) und hat dazu geführt, dass das Lied der Forschung gemeinhin als eines der besten in Hadlaubs Œuvre gilt (vgl. Leppin, S. 249).
Nachdem das Sänger-Ich zunächst sein Leid klagt, wechselt es in Str. II unvermittelt (bis zum Ende des Liedes) in die direkte Anrede an die Dame. Die Apostrophierung der Dame als suͤssu̍ reine (II,2) oder wunneriche (III,4) markiert eine Erhöhung der Frau im Sinne des klassischen Minnedienstes.
In der dritten Strophe werden mit manen (III,1) und klagen (III,3) Begriffe verwendet, die sich im Hinblick auf den Vasallenstatus des Sänger-Ichs gegenüber seiner Minnedame als Rechtstermini lesen lassen (so etwa Leppin, S. 250). Die Notwendigkeit der Klage wird dabei mit einem existentiellen Zustand des Sänger-Ichs begründet, das in Str. II seinen nahenden Tod fürchten muss.
Björn Reich