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Überlieferung: Das fünfstrophige Lied ist unikal in C überliefert.
Form: 3a+.2b 2-c+4d / 3a+.2b 2-c+4d // .6e 3f+.2e 6e .2f.
I,5 lässt sich entweder ohne Auftakt oder auftaktig mit beschwerter Hebung auf der lesen.
Ob die Überlieferung gestört ist oder ob das zu Beginn strenge und kunstvolle Formschema (durchgängig alternierendes Metrum, feste Auftaktregelung, komplexe Reimstruktur mit inneren Reimen) im Lauf des Liedes lockerer wird, ist schwer zu entscheiden (dazu ausführlich Schanze). Die zahlreichen inneren Reime der ersten Strophe sind in den Folgestrophen teils nur durch Eingriffe in den überlieferten Text herzustellen (in Str. II und III leicht und auf Grundlage des überlieferten Materials, in Str. IV und V komplizierter; vgl. dazu den von KLD hergestellten Text sowie Schanze).
Inhalt: Das Frauenpreislied beginnt mit einem Wintereingang, wobei dem harschen Winter die Schönheit der Geliebten gegenübergestellt wird, die dem Ich einen ewigen Frühling schenken werde (I,1–4). Daran schließt sich ein Schönheitspreis an (I,5–II,8), der den Wintereingang aufnimmt und ihn metaphorisch fortführt: die Minnedame als Schneekönigin, die Macht über den Winter hat und ihn so überwinden kann. Str. III berichtet von einem Traum, in dem ein blühender Rosenbusch das Ich umarmt hat. Das Traumbild aktualisiert die Natur-Bildlichkeit des Anfangs und setzt dadurch Rose und Geliebte gleich. In der Deutung des Traums wird das Bild in die Realität übertragen: Das Ich will auch bei Tage von der Geliebten umarmt werden (Worstbrock verweist hier auf Frauenlobs Lied III, skeptisch hierzu Köbele, S. 83; ausführlich zum Traummotiv und seiner spezifischen Verwendung im Lied des Dürners Schanze, S. 258–260, und Schanze, S. 462–466, dort auch jeweils eine umfassende Gesamtinterpretation des Liedes). Der Rest des Liedes betont nochmals die freudebringende Schönheit der Geliebten (IV) und ihr Potential, die Sehnsucht des Ichs zu heilen (V). Das insgesamt positiv und hoffnungsvoll gestimmte Lied endet nur vage zuversichtlich: Das ›Ja‹ der Geliebten mache von allen Sorgen frei, ihr ›Nein‹ würde das Ich ergrauen lassen (V,8), ihm also Kummer bereiten.
Christoph Schanze