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Der Taler, ›Sumer zieret heide unde anger unde den walt‹
C Taler 2
IC Taler 2 = KLD 59 XXXII 1
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 303vb
C Taler 3
IIC Taler 3 = KLD 59 XXXII 2
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 304ra
C Taler 4
IIIC Taler 4 = KLD 59 XXXII 3
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 304ra
C Taler 5
IVC Taler 5 = KLD 59 XXXII 3
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 304ra
C Taler 6
VC Taler 6 = KLD 59 XXXII 5
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 304ra

Kommentar

Überlieferung: zweimal in C, einmal unter dem Taler, einmal unter Ulrich von Winterstetten. Die Str. III und IV wechseln die Position, ohne dass dies die lose gedankliche Konzeption des Liedes merklich änderte.

Die meisten Varianten sind iterierende, was auch daran ersichtlich ist, dass der KLD-Text mehr oder minder willkürlich zwischen den beiden Fassungen hin- und herspringt (gerade weil diese Varianten belanglos sind, verzeichnet der Apparat diese Fälle nicht). Insgesamt ist die Wint-Überlieferung etwas nachlässiger, formale Störungen sind in beiden Fassungen selten (z. B. Taler I,2; Wint V,1 : 2a [falsche Kadenz]).

Sowohl die inhaltliche als auch die formale Komposition fügen sich nahtlos in das Korpus von Ulrich von Winterstetten ein.

Form: Kanzone mit Refrain. Metrisches Schema:

2-a+4b 4b+.2-a / 2-c+4d 4d+.2-c // 5-e 2-e+4f 4f+.2-e //R 4g 3g

Für den Ansatz von Binnenreimen spricht die Verssymmetrie. Gegenargumente könnten die gespaltenen männlichen Kadenzen im Versinneren sein (II,4), die dort die regelmäßige Alternation stören; die Auffälligkeit, dass neben dem Refrain nur noch zwei Versschlüsse aufeinander reimen (V. 5 auf 7); sowie die – folgt man dem metrischen Schema – gleichsam irregulär fehlende Elision in I,6, II,1 und III/IV,6. Anders gewendet: Die Binnenreime korrelieren mit klaren Kadenzen, doch ist nicht auszuschließen, dass diesen ein anderes formales Gewicht zukommt als jenen der Endreime.

Die Alternation ist durchgehend regelmäßig (mit gên/gein, I,5; sist, R,8 und Taler IV,5 bzw. Wint III,5); wo sie in einer Fassung aufgegeben ist, bietet die andere Heilung.

Responsion: Taler III/Wint IV,1f. zu V,3f.

Inhalt: Minneklage. Der Sommereingang kontrastiert damit, dass die Geliebte dem singenden Ich Freude vorenthält (I). Sein Dienst führt zu Sorge und Jammer (II). Vom Minnepfeil der Geliebten verwundet, leidet das Ich Kummer und hofft doch auf eine freudespendende Botschaft (Taler III, Wint IV). Frauenpreis (Taler IV, Wint III). Ihr Gruß hat ihn verwundet – was die Pfeilmetaphorik aufgreift –, die Wunde ist nicht geheilt (V). Der Refrain preist jene, die das Ich singen macht, als ohne Falsch.

Florian Kragl

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