Die Einstellungen der Textansicht wurden gespeichert.

Sie bleiben auf diesem Rechner und in diesem Browser als Standardeinstellungen gültig, bis Sie sie mit anderen Einstellungen überschreiben.
›Nobilis, mei miserere, precor‹ (M Namenl/82r/1 1–5) Lied zurückDruckerTEI Icon

Überlieferung

M Namenl/82r/1 1–5

Kommentar

Überlieferung: unikal in M. CB 112–115 stammen wahrscheinlich aus derselben Quelle wie die im Block CB 132–186 versammelten Liebeslieder mit deutschen Strophen. Sie wurden wohl wegen einiger Klagemotive in den vorausgehenden Abschnitt der rein lateinischen Liebesklagen (planctus, CB 97–131) eingefügt (vgl. Wachinger, S. 285f.).

Form (lateinische Strophen): 5' 6' 5' 6' / 5' 6' 3 //R 5' 6' 3 ‖ xaxa xabxxb

Zuweilen reimen auch die Zäsuren (z. B. II,1f., III,2f.). Die Verse haben häufig daktylisches Versmaß.

Form (deutsche Strophe): 3a 3b / .3a .3b // 3b .4b //R 3c 5c

Kanzonenform. Der Bau der lateinischen Strophen und der deutschen erscheint verwandt, doch nicht identisch. Die deutsche Strophe zeigt die Tendenz der deutschen Lyrik, Langverse zu vermeiden, die nicht strukturrelevant sind, während sie in der mittellateinischen Lyrik verbreitet sind (vgl. Sayce, S. 257).

Inhalt: Refrainlied. Der Sänger bittet seine Geliebte flehentlich, unterfüttert sind die Bitten mit topischem Schönheitspreis. Ungewöhnliche Ausdrücke (Come sperulas tue eliciunt [II,1] »ist ebenso seltsam wie sperula [...] für lacrima ungewöhnlich«) und »verfehlte Bilder 1,2« (CB/HS) lassen den lateinischen Liedteil wie ein gekünsteltes Übungsstück erscheinen.

Die deutsche Strophe ist eine inhaltliche Zusammenfassung der lateinischen Strophen. Der Grad direkter, verbaler Bezugnahme zwischen lateinischem und deutschem Liedteil ist hoch und vergleichbar mit CB 152 (vgl. Beatie, S. 360). Spanke wertet die deutsche Strophe als »ungeschickte Übersetzung von 115,1–4« und leitet daraus die zeitliche Priorität der lateinischen Strophen ab (vgl. Spanke, Sp. 42). Ebensogut können die Strophen I–IV jedoch eine amplifizierende Nachdichtung sein (vgl. Beatie, S. 362).

Theresa Höf‌le / Florian Kragl

Kommentar veröffentlicht am 03.01.2026.
Gehört zu den Anthologien:
 M Namenl/82r/1 1 = CB 115,1Zitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 81v
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Zum Strophenende blättern Bild schließen
 I
 
 M Namenl/82r/1 2 = CB 115,2Zitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 82r
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 II
 
 M Namenl/82r/1 3 = CB 115,3Zitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 82r
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 III
 
 M Namenl/82r/1 4 = CB 115,4Zitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 82r
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 IV
 
 M Namenl/82r/1 5 = CB 115aZitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 82r
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 V
 
 
Vignette