Überlieferung: Der zweistrophige Sangspruch ist unikal in C überliefert.
Form: (.)5-a+(.)3-a (.)3b (.)3-c+(.)3-c (.)5-d / (.) 5-e+(.)3-e (.)3b (.)3-f+(.)3-f (.)5-d // .8*7g / (.)5-h+(.)3-h (.)3g (.)3-i+(.)3-i (.)5-d (Konrad von Würzburg, Morgenweise),
Tonkommentar.
Hebungsprall in I,9.
Inhalt: Warnrede über das Laster des Geizes und seine gesellschaftlichen Auswirkungen. Str. I bleibt zunächst im Allgemeinen: Es gebe auf der Welt so viele lasterhafte Geizige, dass sich jene Menschen, die gerne freigebig wären, aus Angst vor Spott nicht trauten, ihre tugent (I,6) auszuüben. In Str. II grenzt sich der Sprecher von diesen furchtsamen Tugendhaften ab: Er – das konjunktionale aber (II,1) stellt den direkten Anschluss zum zuvor Gesagten her – wäre, wenn er sich denn in der entsprechenden Position befände, besonders freigebig, um sich so vor den Unehrenhaften auszuzeichnen.
Stephanie Seidl
C KonrW 88 = Schr XXXI 3; RSM ¹KonrW/6/3-4Zitieren | |||
![]() Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 389ra | |||
I | |||
C KonrW 89 = Schr XXXI 4; RSM ¹KonrW/6/3-4Zitieren | |||
![]() Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 389ra | |||
II | |||